Auswertung: Kurzumfrage "Natürliche Kältemittel-Anlagen"

  • Veröffentlicht: Freitag, 16. August 2019 07:16

Leider haben an der aktuellen VDKF - Kurzumfrage zum Thema „Natürliche-Kältemittel-Anlagen“ vom Juli´19 nicht so viele Kälte-Klima-Fachbetriebe teilgenommen, wie erhofft. Die Auswertung ist eine Betrachtung der vorliegenden Daten und ist auf dieser Grundlage entsprechend relativ zu sehen.

In der Kurzumfrage haben wir nach dem Einsatz der gängigsten „Natürlichen Kältemittel-Anlagen“ gefragt. 54 % der Teilnehmer haben danach keine CO2-Anlage (R 744) im Bestand. Die 46 % der Teilnehmer mit CO2-Anlagen im Bestand gaben an, dass es sich dabei zu ca. 40 % um Neuanlagen handelt. Die Auswertung ergibt, dass davon 54 % der CO2-Anlagen in der Gewerbekälte und 46 % in der Industriekälte eingesetzt werden. Andere Bereiche wurden nicht genannt. Die Störanfälligkeit bei den CO2-Kälteanlagen wurde im Durchschnitt mit 6 % der gesamten Anlagen beziffert.

Bei den Propan-Anlagen (R 290) ergab sich hinsichtlich der Verteilung ein ähnliches Bild wie bei den CO2-Anlagen. 46 % der Teilnehmer gaben an eine Propan-Anlage im Bestand zu haben. Gut die Hälfte davon (25 %) sind Neuanlagen. Die Propan-Anlagen werden dabei wie folgt eingesetzt: 11 % Klima Privat (Haushaltskälte), 16 % Klima Gewerbe (Klima Stationär), 37 % Gewerbekälte, 21 % Industriekälte und 15 % bei Wärmepumpen (Industrie-, Gewerbe-, Gebäude- und Haushalts-WP). Bei der Störanfälligkeit ergab sich ein durchschnittlicher Wert von 2 %.

Ganz anders hinsichtlich der Verteilung stellt sich der Sachstand in Bezug auf Ammoniak-Anlagen (R 717) dar. Hier gaben lediglich 15 % der Teilnehmer an, überhaupt Ammoniak Anlagen im Bestand zu haben. Davon sind rund 30 % Neuanlagen, die laut Umfrageergebnis wie folgt eingesetzt werden: 20 % Klima Gewerbe (Klima Stationär), 20 % Gewerbekälte und 60 % Industriekälte. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Die Störanfälligkeit wurde im Durchschnitt mit 1 % angegeben.

In Ergänzung zur Umfrage war das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auf Nachfrage des VDKF so freundlich, eine Auswertung für die seit dem 01.01.19 gestellten Förderanträge zur Verfügung zu stellen. Laut Auskunft des BAFA, das Ihnen bei Fragen zur Förderung gerne zur Verfügung steht, wurden danach mit Stand 07.08.2019 seit dem 01.01.2019 264 Anträge positiv beschieden. In seinen Anträgen fragt das BAFA nach dem Kältemittel, das im jeweiligen Kältekreis eingesetzt wird. Weil viele Anlagen mehr als einen Kältekreis aufweisen, ist die Zahl der Kältekreise daher höher als die genannte Zahl der Anträge. In Bezug auf die positiv beschiedenen Anträge ergibt sich daraus folgendes Bild:

 

R-290/R-1270

R-717/R-723

R-718

R-744

Gesamt

Klimaanwendung

16

3

3

11

33

Normalkühlung (NK)

28

8

1

189

226

Tiefkühlung (TK)

2

 

 

189

191

Gesamt

46

11

4

389

450

In dieser Statistik sind 24 bewilligte Ab- und Adsorptionsanlagen, die überwiegend mit dem Kältemittel Wasser betrieben werden, nicht enthalten. Die meisten R-744-Anlagen sind Supermarktanlagen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass insbesondere der Trend im Bereich CO2-Neuanlagen stetig steigt, was auch die Zahl der Förderanträge unterstreicht. Aktuelle Daten aus VDKF LEC zeigen auf der anderen Seite, dass auch die synthetischen Kältemittel immer noch eine weite Verbreitung haben.

Hinweis: Die betrachteten natürlichen Kältemittel sind entsprechend ihrer Brennbarkeit und Giftigkeit eingeordnet (EN 378-1 Anh. E). Es wird daher empfohlen, das Personal hinsichtlich der Anforderungen im Umgang mit den entsprechenden Anlagen und den Kältemitteln zu schulen. Schulungen bzw. Fortbildungen zu diesem Thema bieten u.a. die Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in Maintal sowie weitere Anbieter.