Die deutsche Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche präsentiert sich wirtschaftlich robust und zukunftsorientiert. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage 2026 des Verbands Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe e.V. (VDKF). Die Auswertung zeichnet das Bild einer bestens aufgestellten Branche, die technologische Herausforderungen aktiv annimmt.
Die Erhebung analysiert jährlich die Geschäftslage, Materialpreise und Betriebsstrukturen der Fachbetriebe. Schwerpunkte bildeten diesmal zudem die Kältemittel-Thematik und die Unternehmensnachfolge.
Teil 2 - Mitarbeiter, Auftragsbestand und Unternehmensnachfolge
Um ein Bild von der derzeitigen und zu erwartenden Marktsituation zu erhalten, hat der VDKF auch in diesem Jahr wieder seine Kälte-Klima-Konjunkturumfrage durchgeführt. In der VDKF Information 5-6/2026 wurde bereits der erste Teil der Auswertung veröffentlicht.
Die Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche steht derzeit vor komplexen Herausforderungen. Globale Krisen, der Klimawandel und geopolitische Unsicherheiten erschweren verlässliche Zukunftsprognosen. Die aktuelle VDKF-Konjunkturumfrage zeigt dennoch ein positives Bild: Die Branche ist strukturell stark aufgestellt und meistert den wirtschaftlichen sowie technologischen Wandel aktiv. Ein klarer Fokus auf die Wärmepumpentechnik und Investitionen in die Nachwuchsausbildung sichern den Erfolg. Daher blickt die Mehrheit der Betriebe optimistisch nach vorne. Der erste Teil der Umfrageauswertung – mit Fokus auf Jahresumsatz, Geschäftsklima, Fachkräftemangel und Kältemittel – wurde bereits in der VDKF-Information 5-6/2026 veröffentlicht. Nachfolgend präsentieren wir weitere zentrale Ergebnisse der diesjährigen Kälte-Klima-Konjunkturumfrage.
Mitarbeiter/innen

Etwa 40 % der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe beschäftigen bis zu zehn Mitarbeitende, rund 48 % verfügen über 11 bis 50 Mitarbeitende, und 13 % gaben an, mehr als 50 Mitarbeitende zu beschäftigen. In allen Fällen ist die Geschäftsführung in der Zahl enthalten, besonders bei den Kleinstbetrieben (bis zu zehn Personen) fällt die Führungskraft prozentual dadurch stark ins Gewicht.
Die durchschnittliche Betriebsgröße im deutschen Handwerk liegt 2026 bei rund sechs tätigen Personen je eingetragenem Betrieb. Grundlage sind die Kennzahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH): Rund 6 Mio. tätige Personen verteilen sich auf etwa 1,038 Mio. Handwerksbetriebe. Bei der Einordnung dieser Kennzahl ist zu beachten, dass das Handwerk überwiegend kleinbetrieblich strukturiert ist. Rund 77,5 % aller Betriebe beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende. Zudem weist das Statistische Bundesamt (DESTATIS) aufgrund einer anderen Erhebungsmethodik – es erfasst ausschließlich umsatzsteuerpflichtige Handwerksunternehmen – mit durchschnittlich rund elf Personen je Unternehmen einen höheren Wert aus. Laut DESTATIS liegt die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl im Gewerk Kälteanlagenbau (Mechatroniker für Kältetechnik) bei 9,5 bis 11 Mitarbeitern pro Betrieb, wobei der (geschätzte) durchschnittliche Umsatz pro Mitarbeiter hier für das Jahr 2025 bei ca. 140.000 bis 160.000 Euro netto lag.
Auch im Jahr 2026 zählt der Mechatroniker für Kältetechnik (früher: Kälteanlagenbauer) bundesweit zu den stärksten Engpassberufen. Getrieben durch die Klima- und Wärmewendepolitik ist der Bedarf an Fachkräften für Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen extrem hoch und die Vakanzzeiten sind überdurchschnittlich lang, gemäß der jährlich veröffentlichte Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit.
Auftragsbestand & Sektoren
Der Auftragsbestand – gemessen in Wochen – ist ein wesentlicher Indikator für die Auslastung eines Betriebs und gilt als Frühsignal für die zukünftige Umsatzentwicklung.

Der Anstieg des durchschnittlichen Auftragsbestands von 11 (2025) auf 13 Wochen verdeutlicht die weiterhin hohe Auslastung der Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbetriebe. Während das deutsche Handwerk insgesamt aufgrund der anhaltenden Konjunkturschwäche und geopolitischer Unsicherheiten rückläufige Auftragsbestände verzeichnet, zeigt sich die Branche deutlich robuster. Die Entwicklung spricht für eine stabile Nachfrage und eine vergleichsweise hohe Widerstandsfähigkeit des Kälteanlagenbauerhandwerks. Gleichzeitig bildet der komfortable Auftragsbestand eine solide Grundlage für die Umsatzentwicklung der kommenden Monate, wenngleich die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin aufmerksam beobachtet werden sollten. Die Auslastungszahlen unterstreichen die hohe Stabilität und Planungssicherheit der Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche. Mit einer aktuellen Auslastung von 93 % und einer weiterhin hohen erwarteten Auslastung von 88 % im kommenden Jahr verfügen die Betriebe über eine solide Auftragsbasis. Trotz eines leichten Rückgangs deutet das weiterhin sehr hohe Niveau darauf hin, dass die Branche auch künftig eine überdurchschnittlich starke Kapazitätsauslastung aufweisen und sich im Vergleich zu vielen anderen Handwerksbereichen widerstandsfähig entwickeln dürfte.
Für das Kälteanlagenbauerhandwerk zeigt sich eine differenzierte Auftragsverteilung nach Sektoren. Die meisten Aufträge stammen aus dem gewerblichen Sektor, der mit einem Anteil von 35 % (Vorjahr: 40 %) weiterhin die größte Rolle spielt. Es folgen die Industrie mit 28 % (Vorjahr: 25 %), der private Bereich mit 25 % (Vorjahr: 19 %) sowie die öffentliche Hand, deren Anteil deutlich auf 12 % (Vorjahr: 6 %) gestiegen ist. Diese Verschiebungen können veränderte Investitionsschwerpunkte und geänderte Nachfragestrukturen in der Branche widerspiegeln.

Wärmepumpen & Know-how
Ein wachsender Teil der Kälteanlagenbauerbetriebe engagiert sich im Geschäftsfeld der Hauswärmepumpen. Aktuell geben 38 % der befragten Unternehmen an, Wärmepumpen im privaten Bereich zu installieren. Gegenüber dem Vorjahr (49 %) ist dies zwar ein Rückgang, der jedoch vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheiten rund um die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu betrachten ist. Die Ablösung des GEG durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) führt weiterhin zu Investitions- und Planungszurückhaltung bei vielen Marktteilnehmern. Gleichzeitig planen weitere 7 % der befragten Betriebe den Einstieg in dieses Geschäftsfeld (Vorjahr: 8 %). Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Marktsegment Hauswärmepumpen trotz der aktuellen politischen Unsicherheiten langfristig ein attraktives Wachstumsfeld bleibt und von immer mehr Fachbetrieben als strategische Ergänzung ihres Leistungsportfolios angesehen wird.

Der anhaltende Fachkräftemangel bleibt eine der zentralen wirtschaftlichen Hürden: Zwar sank der Anteil der betroffenen Betriebe im Vorjahresvergleich von 52 auf 39 %, dennoch sieht sich fast jeder vierte Betrieb in seinem Geschäft gebremst. Die Rekrutierung und langfristige Bindung von qualifiziertem Personal sind für eine verlässliche Auftragsabwicklung weiterhin existenziell. Verzögerte Projektumsetzungen oder gar Auftragsverluste bedrohen im Ernstfall direkt Umsatz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Die novellierte F-Gase-Verordnung treibt den Bedarf an natürlichen Kältemitteln voran. Doch der Branche droht ein Kompetenzmangel: Zwar beherrschen 52 % der Betriebe den Umgang mit Propan und 38 % mit CO₂, bei Ammoniak sind es wegen des Fokus auf die Industriekälte jedoch nur 10 %. Fachbetriebe müssen jetzt dringend in Qualifizierungen investieren. Neben technischem Know-how stehen dabei Sicherheits- und Rechtsschulungen im Fokus, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch den strikten Phase-down der novellierten EU-F-Gase-Verordnung sind Kältemittel stark kontingentiert und teuer. Betriebssicherheit und Wartung hängen künftig direkt von einer konsequenten Leckagevermeidung, fachgerechter Rückgewinnung und dem Wechsel zu zukunftssicheren Alternativen ab.
Unternehmensübergabe
Laut ZDH stehen in den nächsten fünf Jahren bis zu 130.000 Handwerkbetriebe vor der Übergabe.
Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge im Handwerk sichert den langfristigen Fortbestand des Betriebs und setzt eine frühzeitige sowie strategisch geplante Vorbereitung voraus. Experten empfehlen, den Nachfolgeprozess bereits drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Generations- oder Eigentümerwechsel einzuleiten. Die Betriebsübergabe bündelt betriebswirtschaftliche, steuerliche sowie (handwerks-) rechtliche Herausforderungen, die ein strukturiertes Vorgehen erfordern.
In der nachfolgenden Grafik wird aufgezeigt, bei wie vielen der teilenehmenden Kälte-Klima-Fachbetrieben eine Übergabe ansteht:
Die Betriebsstatistik des ZDH (Stichtag: 31. Dezember 2025, veröffentlicht am 23. Juni 2026) weist bundesweit 3.492 Kälteanlagenbauerbetriebe aus. Wie bereits erläutert, lässt sich aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden von DESTATIS und ZDH keine eindeutig belastbare Betriebszahl ermitteln. Für die nachfolgende grafische Einordnung wird daher die ZDH-Statistik als Berechnungsgrundlage herangezogen. Bezogen auf 3.492 Betriebe bedeutet dies, dass bei rund 978 Kälte-Klima-Fachbetrieben in den kommenden Jahren eine Unternehmensnachfolge oder – sofern keine Nachfolgelösung gefunden wird – eine Betriebsaufgabe anstehen dürfte.

Legt man diese Berechnungsgrundlage zugrunde, entfallen auf die verschiedenen Nachfolgemodelle rund 450 Betriebe, deren Fortführung voraussichtlich durch einen externen Erwerber erfolgen könnte. Für etwa 410 Unternehmen käme eine familieninterne Nachfolge infrage, während bei rund 117 Betrieben eine Übergabe an Mitarbeitende aus der eigenen Belegschaft als realistische Option gesehen wird.
Die erfolgreiche Umsetzung einer Unternehmensnachfolge bleibt jedoch eine der größten Herausforderungen im Handwerk. Besonders der Mangel an qualifizierten Nachfolgerinnen und Nachfolgern, unterschiedliche Vorstellungen über den Unternehmenswert sowie die häufig emotionale Bindung der Inhaberinnen und Inhaber an ihr Lebenswerk erschweren den Übergabeprozess erheblich. Nach Einschätzung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) stehen in den kommenden Jahren bundesweit zehntausende Handwerksbetriebe vor dieser Aufgabe. Der demografische Wandel, die angespannte Fachkräftesituation und die zunehmende Komplexität unternehmerischer Anforderungen verschärfen die Nachfolgeproblematik zusätzlich und machen eine frühzeitige sowie sorgfältige Planung unerlässlich.
Fazit und Ausblick
Die Ergebnisse der VDKF-Konjunkturumfrage 2026 bestätigen, dass sich das Kälteanlagenbauerhandwerk trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen und politischen Umfelds weiterhin als robuste und zukunftsorientierte Branche präsentiert. Hohe Auslastungsquoten, ein auf 13 Wochen gestiegener Auftragsbestand sowie eine breite Nachfrage aus Gewerbe, Industrie, privatem Bereich und öffentlicher Hand bilden eine solide Grundlage für die weitere Geschäftsentwicklung.
Gleichzeitig befindet sich die Branche in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Die Wärmewende, die novellierte EU-F-Gase-Verordnung sowie der zunehmende Einsatz natürlicher Kältemittel verändern die technischen und regulatorischen Anforderungen nachhaltig. Für die Fachbetriebe bedeutet dies, konsequent in Qualifizierung, neue Kompetenzen und die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden zu investieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Der Fachkräftemangel und die anstehende Unternehmensnachfolge bleiben dabei die größten strukturellen Herausforderungen. Zwar zeigt sich beim Fachkräftebedarf eine leichte Entspannung, dennoch begrenzen fehlende qualifizierte Mitarbeitende weiterhin das Wachstum vieler Betriebe. Parallel dazu wird die erfolgreiche Übergabe zahlreicher Unternehmen in den kommenden Jahren maßgeblich darüber entscheiden, ob wertvolles Know-how und handwerkliche Kompetenz dauerhaft erhalten bleiben.
Insgesamt zeigt die Umfrage, dass die Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche ihre wirtschaftliche Stärke nicht nur aus einer stabilen Marktnachfrage bezieht, sondern vor allem aus ihrer hohen Innovationsfähigkeit und Anpassungsbereitschaft. Gelingt es den Betrieben, die Herausforderungen in den Bereichen Personal, Qualifizierung und Unternehmensnachfolge aktiv anzugehen, sind die Voraussetzungen gegeben, auch künftig eine Schlüsselrolle bei der Energie- und Wärmewende sowie im deutschen Handwerk einzunehmen.
Wir bedanken uns bei allen Kälte-Klima-Fachbetrieben, die durch ihre Teilnahme diese Auswertung erst möglich gemacht haben. Ferner bedanken wir uns auch herzlich bei der Landesinnung Kälte-Klima-Technik Hessen-Thüringen/Baden-Württemberg, dem BIV und der cci Dialog GmbH sowie der einschlägigen Presse, dass sie die Teilnahme an der Umfrage beworben haben.