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Neue EU-Verordnung
schreibt Bürotemperatur von 21 °C vor

Brüssel/Bonn, 1. April 2026 – Die Europäische Kommission hat eine neue Verordnung zur „Harmonisierung des thermischen Arbeitsumfelds“ verabschiedet. Demnach müssen alle Büroarbeitsplätze in der EU künftig ganzjährig auf 21 °C (± 1 K) temperiert werden. Bei Abweichungen von mehr als 2 Grad müssen Arbeitgeber geeignete Ausgleichsmaßnahmen ergreifen – etwa zusätzliche Lüftungspausen oder die temporäre Nutzung sogenannter „thermischer Neutralzonen“.

Ziel der Maßnahme sei laut Kommission die „Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen“, die „Reduzierung klimatischer Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz“ sowie die „Erreichung des maximalen Temperatur-Leistungs-Indexes (TLI)“ – also die Einhaltung der Raumtemperatur, bei der erwiesenermaßen die höchste Leistungsfähigkeit besteht. Unternehmen müssen zudem ein „Temperaturmonitoring“ einführen und monatlich dokumentieren. Hierdurch sollen auch zugleich Energieverbräuche besser mess- und steuerbar werden. Nach Angaben aus Brüssel reagiert die Verordnung auch darauf, dass Temperaturdiskussionen zu den häufigsten Ursachen für Unzufriedenheit im Arbeitsalltag gehören. Mit der neuen Regelung wolle man daher nicht nur den Komfort verbessern, sondern auch die Produktivität steigern.

Die Regelung soll bereits zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Details zu Übergangsfristen, Sonderregelungen und möglichen Ausnahmen für besonders warme oder kalte Regionen Europas werden derzeit noch ausgearbeitet.

Der VDKF begrüßt die Entscheidung grundsätzlich, weist jedoch auf den erheblichen technischen Aufwand hin. „Die Einhaltung einer europaweit identischen Temperatur stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar – insbesondere in Regionen mit wechselhaften Wetterlagen“, gibt VDKF-Präsident Karl-Heinz Thielmann zu bedenken. „Wir stehen jedoch bereit, die Mitgliedsunternehmen bei der Umsetzung zu unterstützen. Wir freuen uns jedenfalls darüber, dass die EU endlich die hohe Bedeutung des ‚thermischen Komforts‘ nicht nur im kalten Winter, sondern auch an heißen Sommertagen erkannt hat.“

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